Glasfenster

Glasfenster des südlichen Querschiffs mit Kreuzesvision Kaiser Konstantins

Mittelfenster des südlichen Querschiffs mit Kreuzesvision Kaiser Konstantins (Foto: Stöcher)

Detail aus dem Mittelfenster des südlichen Querschiffs: Rom und italienische Landschaft (Foto: Stöcher)

Detail aus dem Mittelfenster des südlichen Querschiffs: Rom und italienische Landschaft (Foto: Stöcher)

Die Kirchenfenster – ein besonderes Schmuckstück der Pfarrkirche – wurden von den Glaswerkstätten Richard Schlein und C. L. Türcke im böhmischen Grottau sowie von der Wiener St. Lukas Glasmalerei von Carl Glössl und Johann Wirnstl angefertigt.

Die großen Glasfenster enthalten ein geschlossenes Programm, dessen thematisches Konzept von Ferdinand Ordelt (1836–1908) stammt. Ordelt kam 1876 als letzter und wichtigster Benefiziat in der alten Laurentiuskapelle nach Breitensee und wurde hier zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte Breitensees.  Er wurde die stärkste Triebkraft für den Bau einer Pfarrkirche und der maßgebliche Mann bei der Pfarrerrichtung. Wäre er, selbst Obmann des Kirchenbauvereins, gegen die Jahrhundertwende nicht schon alt und kränklich gewesen, so dass er selbst den Wunsch äußerte zurückzustehen, wäre er zum ersten Breitenseer Pfarrer ernannt worden.

Kaiser Karl V. befreit gefangene Christen in Tunis

Kaiser Karl V. befreit gefangene Christen in Tunis (Foto: Stöcher)

In diesen Fenstern kommt am eindringlichsten zum Ausdruck, dass die Kirche als Kaiserjubiläumskirche gedacht war. Davon zeugt neben den Portraits des Kaiserpaares Franz Joseph und Elisabeth im rechten Querschiff auch der gesamte Bilderzyklus als solcher, indem er nahezu vollständig die traditionsreiche Kreuzverehrung des Hauses Habsburg ins Bild bringt und die damit verbundenen, damals allen bekannten Geschichten erzählt.

Dieser einzigartige Glasmalereizyklus thematisiert die „Kreuzesfrömmigkeit“ des Herrschergeschlechts im Rahmen der „Pietas Austriaca“. Durch gedankliche Geschlossenheit und handwerklich-künstlerische Qualität entstand damit ein zeitloses Kunstwerk, das erst kürzlich wieder entdeckt wurde (s. Malfèr 2011, Literaturhinweise).

Die Glasfenster in der Apsis beim Hochaltar thematisieren das Erlösungswerk Christi und sein Weltenrichtertum, die Fenster in der Apsis des rechten Querschiffs die Entstehung des christlichen Kaisertums und Werden des Hauses Habsburg und die Glasfenster in der Apsis des linken Querschiffs zeigen Szenen aus der Geschichte der habsburgischen Dynastie.

 

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